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Seidenlexikon

Erklärungen zu Webarten, Seidenherstellung und Seidenqualitäten

Eine kleine Materialkunde.

Da Seide ein sehr spezielles Thema ist, tauchen immer wiederkehrend dieselben Fragen auf.
Hier werden die grundlegenden Unterschiede zwischen Seidenqualitäten und Webarten grob erklärt. Selbstverständlich ist die Auflistung nicht vollständig - zu dieser Thematik gibt es Regalreihen voll dicker Bücher.



Pflegehinweise für Seide

Acetatseide

Bourette

Chiffon

Crepe de Chine

Crepe Georgette

Crepe Satin

Flockseide

Haspelseide

Habotai

Honan-Seide

Viskose

Muschelseide

Organza

Ponge

Rohseide

Schappeseide

Twill




Pflegehinweise für Seide

Detaillierte Pflegehinweise für Seide finden sie hier: Pflegehinweise für Seide



Acetatseide

Acetatseide ist eine künstlich hergestellte Faser, die - zu Gewebe verarbeitet - natürlicher Seide ähnlich sieht.

Allerdings besteht Acetatseide aus Cellulose + Essigsäure. Celluloseacetat entsteht, wenn man Holzfasern mit Essigsäure "verestert", also in Aceton löst.

Das entstandene Celluloseacetat wird nun durch feine Spinndüsen gezogen, wobei Fasern entstehen: Die Acetatseide.

Gewebe aus Acetatseide sind nicht sonderlich hitzebeständig und haben ihren Schmelzpunkt bei ungefähr 210° C, weshalb man sie auch nur auf kleinster Stufe bügeln sollte. Am besten mit einem dazwischengelegten Tuch. Auch bei etwas niedrigeren Temperaturen können Verhärtungen des Gewebes erfolgen.



Bourette

Die Haupterzeugungsgebiete von Bourette sind China und Indien. Chinesische Bourette ist meist etwas weicher und weniger "noppig" als indische Bouretteseide.

BouretteIm Unterschied zu Haspelseide - bei der der Seidenfaden in einem langen Zug abgewickelt wird - und zu Schappseide - deren mittellange Seidenfäden aus den Anfangs- und Endstücken des Kokons hergestellt werden - besteht Bouretteseide aus den ausgekämmten Fäden und den Kokonresten der beiden obigen Seidenqualitäten.

Da der Kokon von Seidenleim zusammengehalten wird, kann Bouretteseide nicht vollkommen von Seidenleim gereinigt werden und verleiht dem Gewebe einen charakteristischen Geruch, der allerdings nicht unangenehm ist.
Durch die kurzen Seidenfäden und die eingewebten Kokonreste ergibt sich eine noppige, aber sehr weiche Struktur und die Oberfläche ist nicht glatt.

Der Anteil an Seidenleim wirkt entzündungshemmend und hautberuhigend. Gerne wird Bourette daher von Allergikern getragen und auch für Babydecken verwendet.



Chiffon

Das sehr leichte und weiche Seidengewebe entsteht durch sehr stark gedrehte Garne die mit wechselnden Drehrichtungen in einer lockeren Leinwandbindung verwoben werden.

ChiffonChiffon ist ein sehr zartes, schleierartiges und sehr durchsichtiges Gewebe.

Artikel aus Chiffon weisen meist eher zarte Farbtöne auf, da der leichte Seidenstoff nur wenig Farbe aufnehmen kann. Durch unsere Färbemethode können allerdings auch leuchtende und kräftige Farben erreicht werden.

Chiffonschals und Chiffontücher passen auch in die kleinste Handtasche, da sie sich klein zusammenlegen lassen und relativ knitterfrei sind.

Unsere in Handarbeit colorierten Artikel aus Chiffon bestehen selbstverständlich aus 100% Seide, ohne andere textile Beimischungen.

Chiffon wird gerne für transparente Damenbekleidung, Schleier, Abendstolen und Strandmode verwendet.

Zum Unterfüttern von Röcken sollte besser Organza gewählt werden, da Chiffon kein "festes, stehendes" Gewebe ist.

Da Chiffon sehr leicht und empfindlich ist, sollte es nicht in die Waschmaschine gelangen, sondern per Handwäsche leicht ausgedrückt werden. Wringen oder reiben sollte vermieden werden.



Crepe de Chine

Ihren Crepe-Charakter erhält das Gewebe durch verschieden stark gedrehte Kett- und Schussfäden. Crepe-de-Chine ist ein sehr dichtes, knitterarmes Gewebe, das blickdicht ist und sich durch einen elegant fließenden Fall auszeichnet.
Die für Crepe-Gewebe typische krause Optik entsteht durch das überdrehte Garn der Schussfäden. Crepe de Chine ist relativ blickdicht, da er sehr dicht gewebt wird. Die dichte Webart von Kett- und Schußfäden wird Taftbindung genannt.

Crepe de ChineCrepe de Chine wird gerne für Seidenschals, Stolen und Seidentücher, für elegante Blusen und Blazer, aber auch für edle Unterwäsche verwendet, da sie besonders weich und glänzend fällt.

Dieses Seidengewebe weist eine schimmernde Oberseite und eine leicht rauhe, matt glänzende Unterseite auf. Dadurch sind Seidenschals aus Crepe de Chine angenehm auch auf bloßer Haut zu tragen und verrutschen auf Kleidung weniger als andere Seidenqualitäten.

Das dichte Gewebe von Crepe de Chine kann besonders viel Seidenmalfarbe absorbieren, wodurch sich Brillianz und Leuchtkraft unserer Seidenmalfarben zusätzlich erhöht.

Unsere in Handarbeit colorierten Seidenschals aus Crepe de Chine bestehen selbstverständlich aus 100% Seide, ohne andere Textile Beimischungen.



Crepe Satin

Crepe Satin: Ein mit Hochglanzoptik auf der rechten und Mattglanz auf der linken Seite ausgestattes Seidengewebe. Die Satinbindung weist abwechselnd zwei S- und zwei Z-Schusskreppfäden auf, die Kette besteht aus Garn mit normaler Drehung.
Crepe Satin wird in einer Atlasbindung hergestellt. Dies bedeutet, daß der Schußfaden zuerst unter einem Kettfaden hindurchgeführt wird und anschließend über mindestens zwei (oder mehr) Kettfaden hinweg geführt wird.

Dadurch entsteht die matte und die hochglänzende Seite.

Crepe Satin Crepe Satin ist ein Seidengewebe mit “zwei Gesichtern”: Auf der Oberseite sehr glatt und stark glänzend, auf der Unterseite ähnelt sie Crepe de Chine, der leicht rauh wirkt.

Crepe Satin vereint so den edlen Glanz einer glatt verwebten Satinseide mit den dezenteren Eigenschaften des Crepe de Chine. Crepe Satin läßt sich für alle Arten von Oberbekleidung verwenden. Durch den besonders schweren Fall und den unvergleichlichen Glanz ist Crepe Satin als Seidenschal für gesellschaftliche Anlässe besonders geeignet.

Durch die hohe Dichte der Oberfläche wirken Färbungen besonders intensiv. Deshalb sollten zur Colorierung eher gedämpfte Farben bevorzugt werden.

Unsere in Handarbeit colorierten Seidenschals aus Crepe Satin bestehen selbstverständlich aus 100% Seide, ohne andere Textile Beimischungen



Crepe Georgette

Crepe Georgette ähnelt sehr Chiffon und wird oft damit verwechselt. Der Hauptunterschied zu Chiffon besteht darin, das Crepe Georgette einen festeren, "knirschenden" Griff aufweist und eine gewisse Standfestigkeit beweist, die Chiffon gänzlich vermissen läßt. Dies wird erzielt durch die wechselweise Verarbeitung von zwei Garnen mit einer S-Drehung und zwei Garnen mit einer Z-Drehung in der Kette und im Schuss. Das Gewebe wird in Leinwandbindung verwebt.

GeorgetteCrepe Georgette ist ein sehr feines, transparentes und leichtes Gewebe mit einer klaren Oberfläche.
Crepe Georgette findet Anwendung für Kleider, Unterkleider (z.B. für Pettycoats und voluminösen Fest-/Brautkleidern), Blusenapplikationen und als Futterstoff für Innendekorationen, die eine gewisse Fülle verlangen.

Der reizvolle Kontrast zwischen Durchsichtigkeit, Leichtigkeit und dem relativ steifen Charakter von Crepe Georgette machen Seidenschals und Seidentücher aus Crepe Georgette zu einem sehr stilvollen Blickfang.

Unsere in Handarbeit colorierten Artikel aus Crepe Georgette bestehen selbstverständlich aus 100% Seide, ohne andere textile Beimischungen.



Flockseide

Als Flockseide werden die Seidenfasern bezeichnet, die beim Reinigen der Seidenspinnerkokons noch vor dem Abhaspeln abgebürstet werden. Flockseide besteht daher nur aus vergleichsweise kurzen Fasern und ist weniger wertvoll als Haspelseide oder Schappeseide.

Flockseide sind die Seidenfasern, die noch vor dem Abhaspeln der Kokons bei der Reinigung abgebürstet werden. Daraus ergeben sich kurze Fasern (Flocken). Die daraus gewonnene Seide ist relativ preiswert und wird gerne für industrielle Zwecke, wie Isolierungen, Schallschutz-/Wärmedämmungen in der Automobilindustrie etc., verwendet.
Da Seide aber ein sehr wertvolles Gut ist, werden auch Kleidungsstücke aus diesen Geweben hergestellt und vergleichsweise günstig verkauft.



Haspelseide

Seide, die aus den Fasern der Kokons des Maulbeerseidenspinners Bombyx mori gewonnen wird, wird Haspelseide genannt und gilt als höchste Qualitätsstufe der Naturseiden.

Haspelseide wird ausschließlich aus Kokons des Maulbeerspinners gewonnen, ist ursprünglich reinweiß und läßt sich daher sehr gut färben. Zudem besitzen Fasern der Haspelseide eine hohe Reiß-, bzw. Zugfestigkeit auf. Die Länge der Einzelfasern können bis zu 1.200 Meter betragen, was die Weiterverarbeitung zu Gewebe erleichtert.

Die "Reste" des Kokons, also die Fasern, die man nicht mehr abwickeln kann und die am Ende des Kokons mit Seidenleim stärker verklebt sind, damit der Kokon an der Pflanze befestigt werden konnte, werden nicht weggeworfen. Dazu ist Seide zu kostbar.

Diese Teile des Kokons werden von Bast und Leim gereinigt und ausgekämmt, wodurch ca. 15mm lange Seidenfasern entstehen.

Diese nennt man Schappeseide.

Die "Reste" die nun noch übrigbleiben, werden zu Bouretteseide weiterverarbeitet.



Habotai

Habotai-Seide stammt ursprünglich aus China, wo sie ca. 1.000 v. Chr. nach Japan gelangte und dort bevorzugt verwendet wurde.

Habotai-Seide wurde besonders zur Anfertigung von Kimonos und für hochwertige Seidenmalereien verwendet, da Habotai eine besonders glatte, reinweisse und glänzende Oberfläche aufweist.

Derzeit ist das Haupterzeugerland von Habotai-Seiden China.



Honan-Seide

Honan-Seide stammt aus der gleichnamigen Provins Honan im Osten Chinas.

Honanseide zählt zu den Wildseiden-Geweben. Wildseiden weisen meist Unregelmäßigkeiten im Faden auf, da die Kokons erst nach dem Schlüpfen des Schmetterlings zur Fadengewinnung benutzt werden. Da der Schmetterling eine Öffnung in den Kokon beißt, können die Fäden nicht in langen Zügen abgewickelt werden, sondern müssen teils miteinander verwebt werden um lange Fäden zur Weiterverarbeitung zu erhalten.

Verwebt wird Honanseide in einer klassischen Taftbindung, auch Leinwandbindung genannt. Dabei wird je ein Kettfaden unter einem Schussfaden hindurchgeführt, was ein dichtes Gewebe mit gleich aussehender  Unter- und Oberseite entstehen lässt.

Die rauhe, manchmal sogar rindenartige Oberflächenstruktur von Honan-Seiden steht im Gegensatz zu seiner Weichheit. Dies macht Honan-Seide beliebt bei Modedesignern, die Honanstoffe gerne für Blusen, Anzüge, leichte Mäntel und Abendkleider verwenden.

Auch als exklusiver Polsterbezug ist Honan-Seide prädestiniert.



Viskose

Viskose besteht aus Cellulosexanthogenat.

Diese Verbindung entsteht, indem man Cellulose zuerst mit Natronlauge behandelt. Unter Zusatz von Schwefelkohlenstoff entsteht das Xanthogenat. Dieses wird durch weitere Zugabe von Natronlauge verdünnt, wobei eine hochviskose Lösung entsteht.

Indem man diese zähflüssige Lösung durch feinste Öffnungen presst, wobei die Fäden sofort in ein schwefelsaures Fällbad gelangen entsteht dann wieder Cellulose, auch als Viskose-Seide bekannt.

Wer es ganz ausführlich und wissenschaftlich korrekt erklärt haben möchte, dürfte hier fündig werden:

http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/kunststoffe/viskosyn.htm



Muschelseide

Muschelseide besteht zwar ebenfalls aus Proteinen, wird aber nicht aus Seidenspinnerkokons gewonnen. Steckmuscheln der Art Pinna nobilis sondern aus Drüsen am Fuß ein Sekret ab, das im Wasser erhärtet und die Muschel am Untergrund oder treibendem Seetang verankert.

Seit der Antike wurden die Fäden der Steckmuschel vor allem im Mittelmeer gewonnen. Da die Gewinnung sehr schwierig war, war Muschelseide ein überaus teurer Rohstoff. Weiterverarbeitet wurden sie zu kostbaren Stoffen und Gewändern.

Durch Raubbau starb diese Steckmuschelart bis Mitte des letzten Jahrhunderts beinahe vollkommen aus und steht heute unter Naturschutz.



Organza

Organza ist ein transparentes Gewebe, das in Leinwandbindung gewebt wird. (Leinwandbindung = Der Kettfaden läuft abwechselnd über und unter dem Schußfaden hindurch)

Organza

Da Organza sowohl aus Seide, als auch aus Polyamiden und Polyester gewebt werden kann, bedeutet "Organza" keineswegs, das es sich um Seide handelt.

Seidenorganza weist einen typisch schillernden, leicht changierenden Schimmer auf. Anders als Chiffon - das ebenfalls sehr transparent ist - hat Seidenorganza einen festeren Stand und wird gerne für Brautmode, Schleier und Unterröcke für z.B. Pettycoats, verwendet.

Bedingt durch die feine Webstruktur ist Organza relativ anfällig für Beschädigungen und Faltenbildung.



Ponge

Ponge wird in einer Taftbindung verwebt: Der Schussfaden verläuft abwechselnd über und unter dem Kettfaden. Kettfäden werden in regelmäßigen Abständen zwischen den beiden Aussenbalken des Webrahmens gespannt; die Schussfäden sind die Fäden, die zwischen den Kettfäden hindurchgezogen werden.

PongePonge ist die “Allzweck”-Seide, da sie sehr vielseitig einsetzbar und für beinahe alle Techniken und Anwendungen der Seidenmalerei geeignet ist. In der Modebranche zählt Ponge ebenfalls zu den beliebtesten und vielseitigsten Seidengeweben.
Ponge besitzt zwei glatte Oberflächen, wobei die Oberseite einen etwas stärkeren Glanz aufweist. Durch die stark glänzende Oberfläche und die dichte Bindung kann Ponge viel Farbstoff aufnehmen und sie erhalten einen intensiv und strahlenden Artikel aus Seide.

Selbstverständlich färben wir Ponge auch in Pastelltönen. Unsere in Handarbeit colorierten Seidenschals, Seidentücher und Meterwaren aus Ponge bestehen aus 100% Seide, ohne andere textile Beimischungen.

Zur Colorierung der Seidenschals, Seidentücher und Meterwaren verwenden wir Färbemittel eigener Herstellung, die schwermetall- und formaldehydfrei sind. Dies erlaubt auch vielen Allergikern, unsere Erzeugnisse zu tragen.



Rohseide

Die Gewinnung der Rohseide setzt sich aus verschiedenen Arbeitsgängen, wie dem Ernten der Kokons, Abtöten der Puppen durch Hitze, Trocknen, Entflocken, Sortieren und Kochen der Kokons zum Aufweichen des Serizins und dem Abhaspeln (Aufwickeln der Seidenfäden) zusammen. Es werden jeweils acht bis zehn Kokonfilamente zusammengehaspelt, die anschließend einen einzigen Seidenfaden bilden. Einzelne Kokonfilamente weisen eine Länge von etwa 800 m auf. Für die Produktion von einem Kilo Rohseide werden durchschnittlich 10 bis 11 kg Kokons benötigt. Mit dem Begriff Rohseide werden zwei unterschiedliche Dinge bezeichnet: Zum einen verstet man unter Rohseide die abgehaspelte, also vom Kokon abgewickelte Seide vor dem Entbasten, die auch Grege genannt wird; zum anderen wird als Rohseide auch das aus Grege gefertigte Gewebe bezeichnet. Wie Rohseide entsteht: Vor der Verarbeitung müssen die Kokons der Seidenspinnerraupen gereinigt werden. Für Maulbeerseide werden die Raupen in den Kokons zuvor mit heißem Wasser abgetötet, bei Wildseide wartet man das Schlüpfen der Larven ab. Anschließend werden die Kokons in ein heißes Laugenbad gegeben, um sie zu reinigen. Im Wasser rotieren Bürsten, welche die Seidenfäden aufnehmen und in einem Zug abwickeln – das so genannte Abhaspeln. Weiterverarbeitung von Rohseide: Rohseide fühlt sich im Gegensatz zu verarbeiteter Seide eher rauh an und eine stumpfe Optik. Das liegt am Seidenleim, der noch nicht von den Seidenfäden entfernt wurde. Mit Seidenleim halten die Raupen ihre Kokons zusammen. Der Seidenleim, auch Seidenbast genannt, verleiht der Rohseide zudem eine gelbliche Färbung. Beim Entbasten in Seifenlauge werden diese Rückstände entfernt, die Seidenfäden sind danach dünner, aber auch weicher und bei Maulbeerseide erscheinen sie reinweiß. Selten wird auch Rohseide selbst verwendet, um Gewebe daraus zu fertigen. Diese haben einen festeren Griff als entbastete Seide und weisen den typischen Geruch nach Seidenleim auf.



Schappeseide

Schappeseide, kurz auch als Schappe oder alternativ als Florettseide bezeichnet, nennt man Seide, die aus Resten des bereits abgehaspelten Kokons hergestellt wird. Beim Abaspeln wird der Seidenfaden in einem Zug vom Mittelteil abgewickelt; aus den Seidenabfällen, die dabei übrig bleiben, wird die Schappeseide im Kammgarnverfahren gewonnen.Seidenfäden von mittlerer Länge. Seidenherstellung ist relativ aufwendig, das gewonnene Material daher teuer. Aus diesem Grund sind Seidenproduzenten darum bemüht, keine Abfälle anfallen zu lassen und die Reste, die beim Abhaspeln entstehen, ebenfalls noch zur Seidenherstellung zu verwenden. Zu diesen Abfällen gehören unter anderem die Fäden, welche die Falter als Halterung um den Kokon wickeln, in der Fachsprache Wattseide genannt, sowie das so genannte Florett, die äußeren unregelmäßigen Kokonschichten. Immerhin machen diese Abfälle rund zwei Drittel eines Kokons aus.Herstellung der Schappeseide. Die Seide aus diesen Resten kann allerdings nicht mehr durch das Abwickeln des Seidenfadens gewonnen werden. Daher wird das Kammgarnverfahren eingesetzt: Zunächst wird das Rohmaterial gereinigt und von allen Rückständen befreit. Anschließend werden die Fasern ausgekämmt und zu so genannten Kammzügen zusammengelegt. Das sind parallel gerichtete Faserstränge von 50 bis 250 Millimeter Länge. In der Spinnerei werden diese Kammzüge mit Hilfe eines Spreaders zu einer gleichmäßigen Watte, der Nappe, verwoben. Durch mehrmaliges Verziehen entsteht schließlich ein Vorgarn, das noch mehrere Male gestreckt und gedehnt wird, bis der Seidenfaden die gewünschte Festigkeit hat. Schappeseide ist weich und leicht glänzend. Die Abfälle, die beim Kämmen der Schappefasern entstehen sowie Kokonreste werden zur Herstellung der Bouretteseide verwendet.



Twill

Twill, auch Köper genannt, ist eine der 3 Grundbindungsarten gewebter Stoffe.
Twillbindungen sind an den schräg verlaufenden "Graten" zu erkennen. Sie haben eine Jeans? - Nun: Das ist eine Twill- (Köper)bindung. Nur mit dem Unterschied, das unser Twill aus Seide und nicht aus Baumwolle gewebt wurde.
Durch die sehr dichte Webart kann Seidentwill große Menge Farbe aufnehmen und die Farben sehr brilliant und leuchtstark wiedergeben. Twill ist ein sehr robustes Gewebe und wird gerne für Polstermöbelbezüge, Kissen und Innenfutter für Anzüge und Mäntel verwendet. Da Seidentwill trotz der rauhen Oberflächenstruktur sehr weich ist, kann er auch zu Schals und Tüchern verarbeitet werden.
Gerade das Zusammenspiel der Oberflächenstruktur und der Weichheit verleihen Twill den besonderen Touch.